THAT THING - Mixed Abilities

Field Project bei ImPulsTanz, Vienna International Dance Festival

24. bis 28.07. 2017 - Probebühne der Volksoper Wien

Was mag es bedeuten, oder besser, wie fühlt es sich an, uns selbst als OBJEKT zu „geben“? Uns auf Andere als Objekte zu beziehen? Und zugleich, jeder und jede für sich, unsere Subjektivität behaupten? Wie können wir Kollektivität über den Bezug auf ein drittes gemeinsames Ding herstellen und erfahren? Brauchen wir das Ding, um gemeinsam zu sein? Und wie verhandeln wir körperliche Differenz in der ritualisierten Ekstase?
Wie hältst du es mit dem Minimalismus, dem Spektakel und der Politik?
Ausgehend von meiner eigenen choreografischen Praxis, oszillierend zwischen Körper und Diskurs, werden wir uns im Rahmen des Field Projects THAT THING mit der Ambivalenz und Mehrdeutigkeit des Dinghaften als Fokus von Kollektivität und Bezogenheit befassen. Besonderes Augenmerk soll dabei nicht nur dem Phänomen des Fetischismus in seinen unterschiedlichen religiösen, sexuellen, rassismus- und ökonomiekritischen Konnotationen gelten. Ebenso werden wir uns, schwankend zwischen Affirmation und Kritik, mit der rezenten Hinwendung zum „Ding“ in der zeitgenössischen Choreografie und (Tanz-)Theorie befassen. Schlussendlich werden wir die Wirkungsmacht des Dinglichen als Zentrierung ritueller bzw. ritualisierter Praxis reflektieren. Inwieweit reflektiert uns das “Ding” als „schwarzer Spiegel“ Unterschiede und Widersprüche „stimmig” zurück? Und inwiefern ist Choreografie selbst jenes seltsame, dunkel-schillernde Ding, das ein Kollektiv in ungewöhnliche Gleichzeitigkeit zusammen kommen lässt, um ihm die zur (Un-)Kenntlichkeit entstellte Widersprüchlichkeit und Differenz seiner selbst stimmig zurück zu spiegeln?

Einige Ideen, die wir erkunden werden:
• Willkürlichkeit und Unwillkürlichkeit, der Körper als Subjekt und Objekt
• Puls und Vibration, regulär und irregulär, shaking
• Posture und Pose
• Crip temporality: Dehnung der Zeit / Langsamkeit, Repetition
• Symmetrie (der Körperhälften) und minimale Abweichung
• Duett-Improvisation qua Fokus auf gemeinsamen Gegenstand
• Authentic Movement und Formalisierung (Komposition als „Lesen“ der formalen Tendenzen des Materials)
• Fake Ritual

 
 

Foto: Raffael Stiborek

 
 

“Everything you wanted to know
about crip choreography but were
afraid to ask”

Friday, 31st of March and Saturday 1st April 2017, Media Campus Zürich
IntegrART, a Migros Culture Percentage
networking project, actively supports the
inclusion of artists with a disability
within art and society.


Michael Turinsky defines crip choreography as a critical
artistic practice that takes its departure from the singularity
of lived experience, its spatial and temporal, affective and
libidinal facticity. From there it takes a leap towards a
complexity of ideas relating to disability, politics and/or
aesthetics. So, it will be about to do both: move and feel as
well as think and talk. In between we’ll just mess around a
bit, or rest and relax or follow the dark edge of our sweetest
dreams.

Core issues that will be explored are:
• Affect and representation
• Stillness, slowness and repetition
• Vibration and pulse, regular and irregular
• Shape and image
• Hypervisibility and invisibility
• Negativity and pleasure

 
 

Foto: Raffael Stiborek